Pauschale Sätze aus der Dienststelle („Immer 4 % in Riester“, „bAV immer mitnehmen“, „Riester lohnt nicht für Beamte“) klingen einfach – passen aber nicht für jeden. Wer sie ungeprüft übernimmt, kann überfördern, unterfördern oder das falsche Produkt wählen. Dieser Artikel erklärt, warum Pauschalsätze für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst oft gefährlich sind.
Warum Pauschalsätze aus der Dienststelle oft gefährlich sind
Das Wichtigste in Kürze
• Individuell unterschiedlich: Einkommen, Kinder, Teilzeit, Versorgungslücke und Budget sind bei jedem anders. Ein fester Prozentsatz (z. B. 4 % Riester) kann für den einen zu viel (Budget überlastet), für den anderen zu wenig (Lücke bleibt) sein. Besser: Lücke und Netto-Belastung für die eigene Situation rechnen.
• Kontext ignoriert: „bAV immer mitnehmen“ gilt nur, wenn Sie Angestellte/r sind und der Arbeitgeber bAV anbietet – Beamte haben keine bAV vom Dienstherrn. „Riester lohnt nicht für Beamte“ stimmt nicht pauschal – mit Kindern lohnt Riester oft sehr. Besser: Status und Familie einbeziehen.
• Keine Haftung: Kollegen oder Dienststelle geben keine Beratungshaftung ab – wenn die Pauschalempfehlung falsch ist, tragen Sie die Folgen. Besser: Schriftliche Empfehlung von qualifizierter Stelle (Berater, Makler) und eigene Prüfung (Lücke, Netto, Vertrag).
• Für Einsatzkräfte: Versorgung und private Vorsorge gemeinsam betrachten, Lücke beziffern; Nachversicherung DU rechtzeitig sichern. Beiträge und Leistungen über die gesamte Laufzeit vergleichen – nicht nur Pauschal-Sätze übernehmen.
Was stattdessen tun
Eigene Zahlen zugrunde legen: Einkommen, Kinder, geplante Teilzeit, erwartete Versorgung. Lücke berechnen (Rechner, Personalstelle, Beratung). Netto-Monatsbelastung und Netto-Rente für Ihre Konstellation durchrechnen. Dann entscheiden: Wie viel Riester, bAV, VWL – und in welcher Reihenfolge. So vermeiden Sie Über- und Unterförderung.
Schriftliche Empfehlung und eigene Prüfung
Kollegen oder die Dienststelle übernehmen keine Beratungshaftung – bei falscher Pauschalempfehlung tragen Sie die Folgen. Besser: Eine schriftliche Empfehlung von qualifizierter Stelle (Berater, Makler) einholen und eigene Prüfung (Lücke, Netto, Vertragsbedingungen) durchführen. Für Einsatzkräfte lohnt sich die Abstimmung mit Versorgung, Nachversicherung DU und der geplanten Laufbahn – so bleibt die Förderung passend und nachvollziehbar.
Fazit
Pauschalsätze ignorieren Einkommen, Kinder, Status und Lücke – und können über- oder unterfördern. Besser: individuell rechnen, schriftliche Empfehlung, eigene Prüfung. Weitere Fachartikel: Blaulichtversichert Blog.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Links führen zu offiziellen bzw. anerkannten Quellen und – am Ende – zu unserem Beratungsangebot für Einsatzkräfte.