Kredite für Konsum (Auto, Möbel, Urlaub, Elektronik) oder Dispokredite können bei fehlender Planung schnell in Überschuldung münden – besonders wenn Einkommen wegbricht (DU, BU, Teilzeit) oder unerwartete Ausgaben dazukommen. Für Einsatzkräfte gilt wie für andere: Schulden vermeiden heißt nicht, nie Kredit zu nutzen, sondern bewusst und im Rahmen zu finanzieren. Dieser Artikel erläutert aus Sicht der Beratungspraxis sinnvolle Regeln im Umgang mit Konsum und Krediten, typische Risiken und wie Sie Überschuldung vermeiden.
Schulden vermeiden – Konsum und Kredite
Das Wichtigste in Kürze
• Regel : Nur finanzieren, was Sie sich laufend leisten können; Monatsrate und Laufzeit so wählen, dass nach allen Fixkosten (inkl. DU, PKV, Versicherungen) noch Puffer bleibt.
• Dispo und Ratenkredite : Dispokredit ist teuer – nur kurzfristig und in Ausnahme; Ratenkredite nur für notwendige Anschaffungen und mit klarem Tilgungsplan.
• Priorität : Zuerst Notgroschen und Absicherung (DU/BU, Risikoleben), dann Konsum; keine Kredite aufnehmen, um laufende Lücken zu stopfen.
• Bei DU/BU : Ohne ausreichende DU/BU-Rente können Kredite bei Einkommensausfall nicht bedient werden – Absicherung vor weiterem Konsumkredit.
Grundregeln: Was Sie sich leisten können
Faustregel: Die Summe aller Kreditraten (inkl. Immobilie, Auto, Konsum) sollte nicht mehr als einen bestimmten Anteil des Nettoeinkommens ausmachen – in der Literatur oft 35–40 % für Wohnkosten inkl. Tilgung, für alle Kredite zusammen oft nicht mehr als 40–50 %, damit Miete/Nebenkosten, Versicherungen (PKV, DU, etc.), Lebenshaltung und Puffer noch möglich sind. Wer ohne diese Prüfung weitere Ratenkredite abschließt, riskiert, bei Gehaltsausfall (DU, Teilzeit, unerwartete Ausgaben) in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Praxishinweis: Bevor Sie einen neuen Kredit eingehen, monatliche Übersicht machen – alle Fixkosten, alle Raten, was bleibt. Nur wenn danach noch Spielraum ist, zusätzliche Rate eingehen.
Dispokredit und Ratenkredite
Dispokredit: Der Überziehungsrahmen auf dem Girokonto ist ein teurer Kredit (oft zweistelliger effektiver Zins). Er eignet sich nur für kurzfristige Überbrückung in Ausnahmen – nicht als Dauerfinanzierung. Wer dauerhaft im Dispo ist, sollte Umschuldung in einen günstigeren Ratenkredit oder Schuldenabbau durch höhere Tilgung prüfen. Ratenkredite (Konsumkredit, Autokredit): Nur für notwendige oder bewusst gewollte Anschaffungen, mit fester Laufzeit und klarem Tilgungsplan. Effektiven Jahreszins und Gesamtkosten vergleichen; keine Mehrfachkredite ohne Überblick. Risiko: Bei DU oder BU reicht das Einkommen oft nicht für alle Raten – dann werden Kredite zum Problem. Deshalb vor weiteren Konsumkrediten die DU/BU-Absicherung prüfen und Notgroschen aufbauen.
Priorität: Notgroschen und Absicherung vor Konsum
Reihenfolge aus Beratungssicht: Zuerst Notgroschen (z. B. 3 Monatsnettos als Reserve), dann existenzielle Absicherung (DU/BU, Risikoleben bei Familie, Krankenversicherung), dann Altersvorsorge in Grundzügen – danach Konsum und optional weitere Kredite. Wer Schulden aufnimmt, um laufende Lücken (z. B. zu hohe Fixkosten, fehlende Puffer) zu stopfen, verschärft das Problem. Stattdessen: Ausgaben prüfen, kürzen wo möglich, Einnahmen und Ausgaben in Balance bringen, dann erst wieder an Kredit denken.
Bei Einkommensausfall: DU/BU und Kredite
Bei Dienstunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit sinkt das Einkommen (Versorgung, Übergangsgeld, DU/BU-Rente). Kreditraten laufen weiter – wenn die DU/BU-Rente und sonstigen Einnahmen nicht reichen, drohen Zahlungsverzug und ggf. Pfändung oder Insolvenz. Wer vorher die DU/BU-Rente so bemisst, dass sie Kredite und Fixkosten mit abdeckt (oder zumindest einen Großteil), reduziert dieses Risiko. Nachversicherungsgarantie nutzen, damit die Rente mit jedem Gehaltssprung und jeder neuen Verpflichtung (z. B. Immobilienkredit) mitwächst. Wer bereits hoch verschuldet ist, sollte Schuldenberatung (z. B. Verbraucherzentrale, Schuldnerberatung) in Anspruch nehmen und keine neuen Kredite ohne Plan aufnehmen.
Fazit
So bleiben Sie handlungsfähig und vermeiden die Schuldenfalle. Weitere Fachartikel: Blaulichtversichert Blog.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Links führen zu offiziellen bzw. anerkannten Quellen und – am Ende – zu unserem Beratungsangebot für Einsatzkräfte.