Eine Riester-Kündigung – die vollständige Beendigung des Vertrags vor dem Rentenbeginn – hat erhebliche finanzielle und vorsorgliche Folgen. Für Beamtinnen und Beamte sowie Einsatzkräfte kann die Frage nach Kündigung bei Kosten, Unzufriedenheit oder Liquiditätsbedarf aufkommen. Dieser Artikel fasst Vor- und Nachteile der Riester-Kündigung zusammen und zeigt Alternativen.
Riester-Kündigung: Vor- und Nachteile
Das Wichtigste in Kürze
- Nachteile
- : Zulagen (Grund- und Kinderzulagen) müssen zurückgezahlt werden – inkl. Zinsen; bei versicherungsförmigen Verträgen kann Storno (Rücknahme von Abschlusskosten) das Rückkaufsguthaben stark mindern; Sie verlieren die Altersvorsorge-Wirkung und ggf. Steuervorteile (Sonderausgabenabzug).
- Vorteile
- (aus Sicht des Kündigenden): Liquidität – Sie erhalten das Rückkaufsguthaben (nach Abzug Storno/Zulage-Rückzahlung); Kosten des Vertrags entfallen; Wechsel zu anderer Anlage oder Vorsorgeform möglich – die Förderung für Riester ist dann aber weg.
- Alternativen
- : Statt Kündigung Beitragspause, Beitrag reduzieren oder Wechsel zu einem günstigeren Riester-Anbieter (Übertragung ohne Zulagerückzahlung bei produktneutralem Wechsel). So bleibt die Förderberechtigung erhalten und Sie vermeiden Zulage-Rückzahlung.
- Beamte
- : Versorgung bleibt unberührt; wer Riester kündigt, hat nur noch Versorgung (und ggf. Rürup/andere Vorsorge) – die Rentenlücke oder der Wunsch nach zusätzlicher Rente sollte bedacht werden.
Rückzahlung Zulagen und Storno
Bei Kündigung vor Rentenbeginn verlangt der Staat die ausgezahlten Zulagen (Grund- und Kinderzulagen) zurück – zuzüglich Verzinsung. Das Rückkaufsguthaben vom Anbieter wird um diese Rückzahlung gemindert; Sie erhalten nur den Rest. Bei Versicherungsverträgen kommt oft Storno hinzu: Der Anbieter behält einen Teil des Guthabens als Rücknahme der über die Beiträge verteilten Abschlusskosten. Ergebnis: Das ausgezahlte Geld kann deutlich unter der Summe Ihrer eingezahlten Beiträge liegen. Vor einer Kündigung durchrechnen und Alternativen (Pause, Wechsel) prüfen.
Wann Kündigung trotzdem erwogen wird
Kündigung wird manchmal erwogen bei dauerhafter Zahlungsunfähigkeit, starker Unzufriedenheit mit dem Vertrag und Unwillen zum Wechsel, oder bei fehlender Förderberechtigung in Zukunft. Auch Schulden oder Notfall können Anlässe sein. Empfehlung: Erst Wechsel (Übertragung) oder Pause prüfen; wenn Kündigung unvermeidbar erscheint, Rückzahlungsbetrag und Netto-Auszahlung genau berechnen und Vorsorge anderweitig planen. Für Einsatzkräfte: Beratung kann helfen, Riester in die Gesamtstrategie (Versorgung, DU, Rürup) einzuordnen und Kündigung nur als letzte Option zu wählen.
Fazit
Riester-Kündigung hat klare Nachteile: Zulagerückzahlung, Storno, Verlust von Förderung und Altersvorsorge. Vorteil ist nur die sofortige Liquidität. Besser: Beitragspause, Beitragssenkung oder Wechsel zu einem anderen Riester-Anbieter, um Förderung zu erhalten. Kündigung nur nach Durchrechnung und Prüfung von Alternativen. Weitere Fachartikel: Blaulichtversichert Blog.