In der Anwärterzeit ist das Einkommen oft niedriger als in der späteren Laufbahn – trotzdem lohnt es sich, Förderungen (Riester, VWL, ggf. Zusatzversorgung) früh und sinnvoll zu kombinieren. Wer die richtige Mischung wählt, sichert Zulagen und Steuerersparnis und vermeidet Doppelförderung oder Fehlallokation. Dieser Artikel gibt Anwärterinnen und Anwärtern bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst eine Übersicht: Was können Sie kombinieren, was hat Priorität, und worauf Sie achten sollten.
Optimale Förderungs-Kombination für Anwärter: Riester, VWL, Versorgung
Das Wichtigste in Kürze
• Riester in der Anwärterzeit: Grundzulage und Kinderzulage (falls Kinder) nutzen – Mindestbeitrag oft niedrig (pauschal oder prozentual vom geringeren Einkommen). Vorteil: Früh Rücklagen für die Altersvorsorge, Steuerersparnis und Zulage; Beitrag so wählen, dass die Netto-Belastung tragbar bleibt.
• VWL: Wenn der Dienstherr oder Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt, diese unbedingt nutzen – kostenloser Zuschuss. Anlageform (Bausparer, Fonds, Banksparplan) an Ziel (Wohnung, Altersvorsorge) anpassen.
• Versorgung: Anwärter erwerben bereits Anwartschaften auf die spätere beamtenrechtliche Versorgung – Riester und VWL ergänzen, ersetzen sie nicht. Keine Doppelförderung (z. B. Riester nur einmal pro Person).
• Priorität: Erst DU (Dienstunfähigkeit) absichern – dann Altersvorsorge (Riester, VWL). Netto vor Brutto: Die monatliche Belastung muss zum Anwärtergehalt passen.
Riester für Anwärter: Zulage und Mindestbeitrag
Riester ist auch für Anwärter zugänglich: Grundzulage (staatlich, pauschal) und Kinderzulagen (pro Kind) können die Netto-Belastung deutlich reduzieren. Der Mindestbeitrag (gesetzlich definiert) ist bei niedrigem Einkommen oft überschaubar – Sie zahlen nur einen kleinen Eigenanteil und erhalten Zulage plus Steuerersparnis. Wichtig: Nur ein Riester-Vertrag pro Person; Beitrag so wählen, dass Sie die volle Zulage mitnehmen und nicht in Liquiditätsengpässe geraten. Langfristig: Mit Beförderung und Gehaltsanstieg können Sie den Riester-Beitrag erhöhen (Nachversicherung im Riester-Sinne oder Mehrbeitrag) – die Anwärterzeit ist der Einstieg, nicht die Endkonfiguration.
VWL: Arbeitgeberzuschuss mitnehmen
Vermögenswirksame Leistungen (VWL) werden von vielen Dienstherren und Arbeitgebern (z. B. 40 €/Monat) gezahlt – ohne Nutzung verfallen sie. Anwärter sollten die VWL in eine passende Anlage (Bausparvertrag, Fonds, Banksparplan) lenken und ggf. einen Eigenanteil dazu zahlen, um die Förderung (z. B. Wohnungsbauprämie, wenn Einkommensgrenze eingehalten wird) zu maximieren. Kombination mit Riester: Beide sind unabhängig – Sie können gleichzeitig Riester und VWL nutzen. Priorität: VWL zuerst sichern (kostenloser Zuschuss), dann Riester nach Budget ausrichten.
DU und Absicherung vor Förderung
Einkommensabsicherung geht vor Altersvorsorge: Wenn Sie als Anwärter dienstunfähig werden, endet die Laufbahn – ohne DU-Versicherung oder DU-Anwartschaft fehlt die finanzielle Absicherung. Empfehlung: Früh (idealerweise in der Anwärterzeit) eine DU-Versicherung oder DU-Anwartschaft mit Nachversicherungsgarantie abschließen – dann Riester und VWL aufbauen. Budget: Das Anwärtergehalt ist begrenzt; Prioritäten setzen: DU → Riester (Mindestbeitrag für Zulage) → VWL → weitere Sparziele.
Checkliste: Förderung für Anwärter kombinieren
• DU zuerst: DU-Anwartschaft oder DU-Versicherung mit Nachversicherungsgarantie – vor Riester/VWL.
• VWL nutzen: Arbeitgeber-/Dienstherren-VWL in Anlageform Ihrer Wahl (Bausparer, Fonds, Banksparplan) – nicht verfallen lassen.
• Riester: Mindestbeitrag für volle Zulage leisten; Beitrag an Anwärterbudget anpassen – später bei Gehaltsanstieg erhöhen.
• Keine Doppelförderung: Nur ein Riester-Vertrag; Versorgung (Anwartschaft) und Riester ergänzen sich, konkurrieren nicht um dieselbe Förderung.
Fazit
Anwärter können Riester, VWL und Versorgung (Anwartschaft) sinnvoll kombinieren: DU zuerst absichern, VWL des Arbeitgebers mitnehmen, Riester mit Mindestbeitrag für Zulage starten. Netto-Belastung im Blick behalten und langfristig (Beförderung, Lebenszeit) die Beiträge anpassen. Weitere Fachartikel: Blaulichtversichert Blog.