Die Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) soll im Leistungsfall die Lücke zwischen Ruhestandsbezügen und Ihrem gewünschten Einkommen schließen. Wie hoch die DU-Rente dafür sein soll, ist keine Willkür – sie lässt sich aus Ruhestandsbezügen, Lebenshaltung und Sonderbedarfen ableiten. Dieser Artikel erklärt, wie viel DU-Absicherung wirklich nötig ist.
DU-Absicherungshöhe – wie viel wirklich nötig ist
Das Wichtigste in Kürze
- Lücke bestimmen:
- DU-Rente soll die Differenz zwischen Ruhestandsbezügen (bei Dienstunfähigkeit) und Ihrem notwendigen Einkommen decken. Formel: (Monatlicher Bedarf für Lebenshaltung + Puffer) minus Ruhestandsbezüge = empfohlene DU-Rente.
- Ruhestandsbezüge kennen:
- Die Versorgung bei Dienstunfähigkeit hängt von Besoldung, Dienstzeiten und Rechtsstellung (Voll-/Teilzeit) ab. Näherung: Oft 65–75 % des letzten Nettos (je nach Laufbahn und Dienstjahren) – genau beim Dienstherrn oder mit Versorgungsrechner prüfen.
- Bedarf realistisch schätzen:
- Fixkosten (Miete, Kredite, Versicherungen, Krankenkasse/Beihilfe), Alltag (Essen, Kleidung, Mobilität), Puffer (Arzt, Reparaturen). Nicht den vollen aktuellen Lebensstandard als „Minimum“ ansetzen – aber Existenz und angemessenen Alltag sichern.
- Nicht über- oder unterversichern:
- Zu wenig DU-Rente = im Leistungsfall Lücke bleibt. Zu viel = unnötig hohe Beiträge; zudem begrenzen Versicherer die Höhe (z. B. in Relation zum Netto). Nachversicherung nutzen, wenn sich Bedarf oder Gehalt erhöht.
Die Lücke zwischen Ruhestandsbezügen und Bedarf
Bei Dienstunfähigkeit erhalten Sie Ruhestandsbezüge vom Dienstherrn – sie liegen in der Regel unter Ihrem bisherigen Nettoeinkommen. Die private DU-Rente soll genau diese Differenz ausgleichen, damit Sie nicht in einen deutlichen Lebensstandardverlust rutschen. Schritt 1: Ruhestandsbezüge (bei DU) schätzen oder berechnen – z. B. über Versorgungsrechner oder Auskunft beim Personalamt. Schritt 2: Monatlichen Bedarf ermitteln – was brauchen Sie mindestens, um Existenz und angemessenen Alltag zu bestreiten? Schritt 3: Lücke = Bedarf minus Ruhestandsbezüge = Zielhöhe der DU-Rente. Beispiel: Bedarf 3.500 €, Ruhestandsbezüge 2.200 € → DU-Rente mindestens 1.300 € – besser mit kleinem Puffer (z. B. 1.400–1.500 €).
Faustregeln und typische Werte
Faustregel: Viele Berater orientieren sich an 70–80 % des aktuellen Nettoeinkommens als Ziel für das Gesamteinkommen im Leistungsfall (Ruhestandsbezüge + DU-Rente). Daraus folgt: DU-Rente = (0,7 bis 0,8 × Netto) minus Ruhestandsbezüge. Vorsicht: Faustregel ist nur eine Orientierung – wer hohe Kredite oder besondere Ausgaben hat, braucht mehr; wer reduziert leben kann, ggf. weniger. Kinder und Partner mit einrechnen: Bleibt Unterhalt oder Alimente zu zahlen? Dann Bedarf entsprechend höher ansetzen.
Typische Fehler bei der Absicherungshöhe
Zu niedrig: Nur geringe DU-Rente gewählt, um Beitrag zu sparen – im Leistungsfall reicht es nicht. Zu hoch: Maximale Rente ohne Bedarfsprüfung – Beitrag belastet, evtl. Überdeckung und Begrenzung durch den Versicherer (Höchstrente in % des Nettos). Keine Anpassung: Einmal berechnet und nie wieder angepasst – Beförderung, Heirat, Kinder vergessen; Nachversicherung nicht genutzt. Teilzeit ignoriert: In Teilzeit sind Ruhestandsbezüge niedriger – die Lücke kann größer sein; bestehende DU-Rente nicht vorschnell senken.
Fazit
Die DU-Absicherungshöhe leitet sich aus der Lücke zwischen Ruhestandsbezügen und notwendigem Einkommen ab. Bedarf realistisch schätzen, Ruhestandsbezüge prüfen, Lücke berechnen – dann DU-Rente und Nachversicherung daran ausrichten. So ist genug abgesichert, ohne unnötig zu überversichern. Weitere Fachartikel: Blaulichtversichert Blog.