In der Beratungspraxis zeigen sich vier besonders häufige Fehlentscheidungen bei der Förderung (Riester, VWL, bAV): Produkt wegen Steuern wählen, nur Brutto beachten, Pauschalen folgen, Verträge nie anpassen. Dieser Artikel beschreibt sie und gibt Orientierung für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.
Die 4 häufigsten Förder-Fehlentscheidungen
Das Wichtigste in Kürze
• 1. „Steuern sparen“ als Hauptgrund: Ein Produkt nur wegen Steuerersparnis wählen – ohne zu prüfen, ob die Rente bzw. Leistung und die Kosten passen. Folge: Hohe Kosten oder schlechte Leistung fressen die Steuerersparnis. Besser: Erst Nutzen und Netto-Rente prüfen, Steuer als Nebeneffekt sehen.
• 2. Nur Brutto, kein Netto: Auf Bruttobeiträge oder Bruttorente schauen – Nettobelastung und Netto-Rente (nach Steuer, KV) ignorieren. Folge: Zu hohe Belastung oder enttäuschende Rente. Besser: Immer Monatsnetto und Altersnetto durchrechnen.
• 3. Pauschalen aus der Dienststelle: „Immer 4 % in Riester“ oder „bAV immer mitnehmen“ ohne Prüfung von Lücke, Kindern und Budget. Folge: Über- oder Unterförderung, falsche Priorität. Besser: Individuell rechnen (Lücke, Zulage, Durchhaltbarkeit).
• 4. Verträge nie anpassen: Nach Beförderung, Teilzeit, Kindern oder Scheidung Verträge unverändert lassen. Folge: Verpasste Nachversicherung (DU), verpasste Kinderzulagen, zu hohe Beiträge in Teilzeit. Besser: Regelmäßig (z. B. jährlich) und bei Statuswechsel prüfen.
• Für Einsatzkräfte: Versorgung und private Vorsorge gemeinsam betrachten, Lücke beziffern; Beiträge und Leistungen über die gesamte Laufzeit vergleichen, nicht nur den Einstiegsbeitrag.
Steuern als Hauptgrund und nur Brutto beachten
Fehler 1: Ein Produkt nur wegen Steuerersparnis wählen, ohne Nutzen und Kosten zu prüfen, führt oft zu hohen Kosten oder schlechter Leistung – die Steuerersparnis wird aufgefressen. Fehler 2: Nur Bruttobeiträge oder Bruttorente im Blick zu haben und Nettobelastung sowie Netto-Rente zu ignorieren, verzerrt die Planung. Für Einsatzkräfte gilt: Erst Nutzen und Netto-Rente prüfen, Steuer als Nebeneffekt sehen; immer Monatsnetto und Altersnetto durchrechnen.
Pauschalen folgen und Verträge nie anpassen
Fehler 3: Pauschalen aus der Dienststelle („immer 4 % Riester“, „bAV immer mitnehmen“) ohne Prüfung von Lücke, Kindern und Budget führen zu Über- oder Unterförderung. Besser: Individuell rechnen. Fehler 4: Nach Beförderung, Teilzeit, Kindern oder Scheidung Verträge unverändert zu lassen, kostet Nachversicherung (DU), Kinderzulagen oder passende Beiträge in Teilzeit. Besser: Regelmäßig (z. B. jährlich) und bei Statuswechsel prüfen.
Fazit
Die 4 häufigsten Fehler: Steuern als Hauptgrund, nur Brutto, Pauschalen folgen, nie anpassen. Besser: Nutzen/Netto prüfen, individuell planen, regelmäßig anpassen. Weitere Fachartikel: Blaulichtversichert Blog.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Links führen zu offiziellen bzw. anerkannten Quellen und – am Ende – zu unserem Beratungsangebot für Einsatzkräfte.