Anwärter in Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst schließen oft früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ab – manchmal stellt sich später die Frage nach einem Wechsel zu einem anderen Tarif oder Anbieter. Ein Wechsel kann günstigere Beiträge oder bessere Bedingungen bringen, birgt aber auch Risiken. Dieser Artikel erklärt BU-Wechsel für Anwärter: wann er sinnvoll ist, was mit Übertragungswerten und Gesundheitsprüfung passiert und worauf Sie achten sollten.
BU Wechsel für Anwärter: Kurzüberblick
Das Wichtigste in Kürze
• Wechselgründe: Günstigerer Beitrag, bessere Bedingungen (z. B. Nachversicherung, Verzicht auf abstrakte Verweisung), bessere Einstufung des Anwärter- bzw. Zielberufs.
• Neue Gesundheitsprüfung: Beim Wechsel verlangt der neue Versicherer in der Regel eine erneute Gesundheitsprüfung – neue Vorerkrankungen können das Angebot verschlechtern.
• Übertragungswert: Altersrückstellungen der alten BU können oft als Übertragungswert übertragen werden – Rückkaufswert bei alter Gesellschaft erfragen.
• Praxis-Tipp: Als Anwärter Nachversicherungsoptionen im neuen Vertrag prüfen; keine Kündigung ohne wirksamen Ersatzvertrag.
Wann ein BU-Wechsel für Anwärter sinnvoll ist
Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn Sie einen deutlich günstigeren Tarif bei gleicher oder besserer Leistung finden, der neue Tarif bessere Nachversicherungsmöglichkeiten ohne erneute Gesundheitsprüfung bietet (wichtig für Anwärter mit steigendem Einkommen) oder die Bedingungen (z. B. Verzicht auf abstrakte Verweisung, klarere BU-Definition) kundenfreundlicher sind. Da Anwärter oft noch jung sind, kann die Gesundheitsprüfung beim Wechsel oft noch gut ausfallen – aber nicht immer.
Übertragungswert und Gesundheitsprüfung beim Wechsel
Die alte BU hat in der Regel Altersrückstellungen angespart. Beim Wechsel können diese als Übertragungswert an den neuen Vertrag übertragen werden – viele Versicherer akzeptieren das und rechnen den Wert an. Ohne Übertragung geht der Rückkaufswert verloren. Gleichzeitig verlangt der neue Anbieter fast immer eine neue Gesundheitsprüfung. Wenn Sie seit Abschluss der alten BU gesundheitliche Probleme haben, können Zuschläge, Ausschlüsse oder Ablehnung die Folge sein – dann kann der Verbleib beim alten Vertrag sinnvoller sein.
Ablauf und Besonderheiten für Anwärter
Zuerst beim neuen Anbieter ein Angebot mit Gesundheitsfragen einholen und prüfen. Besonders wichtig für Anwärter: Enthält der neue Tarif eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung bei Übernahme, Gehaltserhöhung etc.? Dann Übertragungswert bei der alten BU erfragen und mit dem neuen Anbieter klären. Neuen Vertrag abschließen und alten erst kündigen, wenn der neue wirksam ist. Eine Beratung für Einsatzkräfte kann den Wechsel begleiten.
Fazit
Ein BU-Wechsel für Anwärter kann sich lohnen – wenn die Bedingungen und der Beitrag besser sind und die Gesundheitsprüfung positiv ausfällt. Übertragungswerte nutzen und Nachversicherung im neuen Vertrag prüfen. Mehr dazu: Blaulichtversichert Blog.